Erschütternde Informationen zum Stresstest Cattenom – Abschalten
1. Dezember 2011Saarbrücken, 28. November 2011
Erschütternde Informationen zum Stresstest Cattenom – Abschalten jetzt!
„Das Fazit der heutigen Unterrichtung durch den Stresstestbeauftragten Dieter Majer fällt eindeutig aus: Cattenom muss abgeschaltet werden“, so die energiepolitische Sprecherin und Vize-Fraktionschefin, Anke Rehlinger, nach der heutigen Sitzung der Kommission 6 „Innere Sicherheit, Katastrophenschutz und Rettungsdienste“ des Interregionalen Parlamentarierrates. Darin hat der für die Länder Luxemburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständige Beobachter über die Ergebnisse der Begehung des AKW Cattenoms sowie die Auswertung des Berichtes der EdF zum Stresstest berichtet.
Majer habe heute Tacheles geredet und ungeschminkt die Wahrheit über das Verfahren des Stresstests sowie die daraus resultierenden Ergebnisse dargelegt. Nach seiner Ansicht klammere der Test wesentliche Bereiche aus. Er berücksichtige zwar die potenziellen Folgen von Naturkatastrophen auf das Kraftwerk, ließe allerdings bspw. mögliche Flugzeugabstürze – ob infolge eines technischen Defektes oder eines terroristischen Anschlags – unberücksichtigt. Dies sei einer der gravierenden Mängel.
Als geradezu erschütternd bewertet Rehlinger die Ausführungen Majers zu den Ergebnissen des Stresstests: „Extremszenarien würden weiterhin – trotz Fukushima – konsequent ausgeblendet.“ Nach Meinung von Majer seien die eingeräumten Fristen zur Behebung bzw. Nachbesserung von Mängeln viel zu lange angesetzt. Als Beispiel nannte der Beobachter hier die unzureichende Anzahl von Notstromaggregaten. Auch seien Fragen offen geblieben bspw. die Folgen bzw. Konsequenzen bei einer Überflutung – hervorgerufen durch Erdbeben.“
„In diesem Zusammenhang sprach der Dreiländer-Beauftrage davon, das ‚höchst fahrlässig‘ und ‚blauäugig‘ gearbeitet wurde. Er sei als Beobachter in höchstem Maße auch über ingenieurtechnische Gegebenheiten erschüttert gewesen“, so Rehlinger.
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